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14. Mai 2026Patientenratgeber

7 Dinge, die jemand nach einem Nierenstein wissen sollte

Warum entstehen Nierensteine, wie gehen sie weg und kehren sie zurück? Die 7 wichtigsten Informationen für jeden, der einen Nierenstein hatte, erklärt Urologiefachmann Dr. Serkan Doğan.

Nierensteinschmerzen gelten als einer der stärksten Schmerzen, die ein Mensch erleben kann. Dieses Bild, das mit Geburtsschmerzen oder Herzinfarktschmerzen verglichen wird, beginnt meistens plötzlich und lässt die betroffene Person völlig hilflos zurück.

Wenn Sie einen Nierenstein hatten oder ein Risiko besteht, helfen Ihnen die folgenden 7 Informationen sowohl dabei, Ihre Genesung zu beschleunigen, als auch einem Rückfall vorzubeugen.

1. Warum entstehen Nierensteine?

Wenn der Urin durch Mineralien und Salze übermäßig konzentriert wird, bilden sich Kristalle, die sich mit der Zeit zu harten Massen (Steinen) zusammenschließen. Die häufigsten Steintypen:

  • Kalziumoxalatsteine: Häufigster Typ (75–80 %). Verbunden mit übermäßigem Verzehr von oxalatreichen Lebensmitteln und unzureichender Flüssigkeitsaufnahme.
  • Harnsäuresteine: Verbunden mit einer fleischreichen Ernährung, Gicht und Dehydration.
  • Struvitsteine: „Infektionssteine", die durch chronische Harnwegsinfektionen verursacht werden.
  • Zystinsteine: Eine seltene Steinart genetischen Ursprungs.

Zu den Risikofaktoren gehören Familiengeschichte, zu geringe Wasseraufnahme, Fettleibigkeit, Diabetes, wiederkehrende HWI und bestimmte Medikamente.

2. Was sind die Symptome eines Nierensteins?

Kleine Steine können ohne Symptome mit dem Urin ausgeschieden werden. Wenn der Stein größer wird oder in Bewegung gerät:

  • Starke, wellenartige Schmerzen in der Flanken- und Rückengegend (Nierenkolik)
  • Ausstrahlung des Schmerzes in die Leiste und den Genitalbereich
  • Blut im Urin (rosa, rot oder bräunlich)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Häufiges, schmerzhaftes Wasserlassen
  • Fieber und Schüttelfrost (weist auf eine begleitende Infektion hin – Notfall)

3. Geht ein Nierenstein von selbst?

Die große Mehrheit der Steine unter 4 mm (80 %) kann mit reichlicher Flüssigkeitsaufnahme von selbst ausgeschieden werden. Bei Steinen zwischen 4–7 mm sinkt diese Rate auf 50 %. Steine über 7 mm gehen in der Regel nicht von selbst und erfordern eine Behandlung.

Größe und Lage des Steins sowie die Schwere der Symptome bestimmen den Behandlungsansatz.

4. Welche Behandlungsoptionen gibt es?

Abwarten und medizinisches Management

Bei kleinen Steinen wird die spontane Ausscheidung mit reichlich Wasser (2,5–3 Liter täglich) und bei Bedarf mit Alphablocker-Unterstützung abgewartet.

ESWL (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie)

Durch von außen angewendete Stoßwellen wird der Stein zertrümmert und seine Ausscheidung mit dem Urin erleichtert. Keine Anästhesie erforderlich; Patient wird am selben Tag entlassen. Wirksam bei Nieren- und oberen Harnleitersteinen.

Ureteroskopie (URS)

Eine dünne Kamera (Ureteroskop) wird durch die Harnröhre, die Blase und den Harnleiter vorgeschoben, um den Stein zu erreichen. Der Stein wird mit einem Laser zertrümmert. Kein äußerer Schnitt.

Perkutane Nephrolithotomie (PCNL)

Bei großen oder harten Steinen wird durch ein kleines Loch im Rücken direkt in die Niere eingegangen und der Stein entnommen. Goldstandard für große Steine.

5. Warum ist die Steinanalyse wichtig?

Die Laboranalyse des ausgeschiedenen oder entfernten Steins ist von entscheidender Bedeutung. Durch Bestimmung des Steintyps wird eine maßgeschneiderte Präventionsstrategie entwickelt. Diät- und Medikamentenempfehlungen ohne Analyse sind möglicherweise nicht korrekt.

6. Kehrt ein Nierenstein zurück?

Leider ja – etwa 50 % der Menschen, die einen Nierenstein hatten, bekommen innerhalb von 5–10 Jahren erneut einen Stein. Daher ist Prävention genauso wichtig wie Behandlung.

Zur Vorbeugung eines Rückfalls

  • Trinken Sie täglich mindestens 2,5 Liter Wasser – die Urinfarbe sollte hellgelb sein
  • Reduzieren Sie den Salzkonsum – Salz erhöht die Kalziumausscheidung im Urin
  • Balancieren Sie den Verzehr von tierischem Eiweiß
  • Befolgen Sie einen individuellen Ernährungsplan je nach Steintyp
  • Bei Bedarf medikamentöse Prophylaxe (Kaliumzitrat, Thiaziddiuretika usw.)

7. Wann sollten Sie in die Notaufnahme?

Wenn bei einem Nierenstein die folgenden Situationen vorliegen, gehen Sie unverzüglich in die Notaufnahme:

  • Fieber über 38,5 °C – Infektion und Stein gleichzeitig; sofortiger Eingriff erforderlich
  • Starke Schmerzen als Person mit nur einer Niere
  • Unfähigkeit, Wasser zu lassen
  • Unkontrollierbare Übelkeit und Erbrechen

Nach einem Nierenstein muss zwingend eine Nachsorge bei einem Urologen erfolgen; eine umfassende Beurteilung zur Minimierung des Wiederholungsrisikos sollte durchgeführt werden.

Dr. Serkan Doğan Urologie-Klinik

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