Zurück zum Blog
19. Mai 2026Patientenratgeber

Wann sollte ein Prostatakrebs-Screening durchgeführt werden? PSA-Test-Leitfaden

Ab welchem Alter sollte ein Prostatakrebs-Screening beginnen? Was ist ein PSA-Test und wie werden die Ergebnisse interpretiert? Urologiefachmann Dr. Serkan Doğan erklärt es ausführlich.

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern. In der Türkei wird jedes Jahr bei Tausenden von Männern eine neue Diagnose gestellt. Die gute Nachricht jedoch: Im Frühstadium erkannter Prostatakrebs ist in den meisten Fällen behandelbar. Regelmäßiges Screening ist dabei lebensrettend.

Was ist ein PSA-Test? Ab welchem Alter sollte er durchgeführt werden? Wie werden die Ergebnisse interpretiert? Wir beantworten alle diese Fragen.

Was ist der PSA-Test?

PSA (Prostata-spezifisches Antigen) ist ein Protein, das von der Prostatadrüse produziert wird. Der im Blut gemessene PSA-Spiegel gibt wichtige Hinweise auf die Prostatagesundheit. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht immer Krebs; auch eine Prostatavergrößerung (BPH), eine Prostatitis oder eine Harnwegsinfektion können den PSA-Wert erhöhen. Daher sollte das PSA-Ergebnis immer von einem Urologen bewertet werden.

Wie hoch sollte der PSA-Wert sein?

Es gibt keinen exakten „normalen" Wert für PSA; die Beurteilung erfolgt je nach Alter und Risikofaktoren:

  • 40–49 Jahre: 0–2,5 ng/ml
  • 50–59 Jahre: 0–3,5 ng/ml
  • 60–69 Jahre: 0–4,5 ng/ml
  • 70 Jahre und älter: 0–6,5 ng/ml

Ergebnisse über diesen Schwellenwerten können eine weitere Untersuchung erfordern. Jedoch ist nicht nur der einmalige PSA-Wert wichtig, sondern auch die Veränderungsgeschwindigkeit über die Zeit (PSA-Velocity).

Wann sollte das Prostatakrebs-Screening beginnen?

  • Ab 50 Jahren wird für Männer mit allgemeinem Risiko ein routinemäßiges PSA-Screening empfohlen
  • Ab 45 Jahren für Männer, bei deren erstgradigem Verwandten (Vater, Bruder) Prostatakrebs aufgetreten ist
  • Ab 40 Jahren für Männer, bei denen mehr als ein erstgradiger Verwandter Prostatakrebs hatte oder die eine BRCA2-Mutation tragen

Die Screening-Häufigkeit wird je nach PSA-Spiegel festgelegt: Wenn der PSA-Wert unter 1 ng/ml liegt, reicht eine Kontrolle alle 2–4 Jahre; zwischen 1–3 ng/ml alle 1–2 Jahre.

Was wird bei einem erhöhten PSA-Wert unternommen?

Wenn der PSA-Wert erhöht ist, wird nicht direkt eine Biopsie durchgeführt. Dr. Serkan Doğan führt einen schrittweisen Bewertungsprozess durch:

  • Berechnung des freien/totalen PSA-Verhältnisses
  • Prostata-MRT (multiparametrische MRT) – Erkennung verdächtiger Bereiche ohne Biopsie
  • Berechnung der PSA-Dichte (PSA/Prostatavolumen)
  • Bei Bedarf gezielte (Fusions-)Biopsie

Was sind die Symptome von Prostatakrebs?

Frühstadium-Prostatakrebs verursacht häufig keine Symptome – deshalb ist das Screening so wichtig. Im fortgeschrittenen Stadium können folgende Symptome auftreten:

  • Wasserlassschwierigkeiten oder schwacher Harnstrahl
  • Blut im Urin oder Samen
  • Schmerzen im Beckenbereich
  • Knochenschmerzen (bei fortgeschrittener metastatischer Erkrankung)

Diese Symptome können auch auf andere Ursachen als Prostatakrebs zurückzuführen sein. In jedem Fall ist jedoch ein Urologenbesuch erforderlich.

Fazit: Früherkennung ist alles

Prostatakrebs ist eine Erkrankung, die bei frühzeitiger Erkennung mit hohen Erfolgsraten behandelt werden kann. Regelmäßiges PSA-Screening bietet diese Chance. Wenn Sie eine Familienvorgeschichte haben oder das 50. Lebensjahr erreicht haben, zögern Sie nicht, einen Urologen aufzusuchen.